Vom Talbrunnen
English Cocker Spaniel aus jagdlicher Zucht
Mitglied im Jagdspaniel-Klub e. V.

Angefangen hat eigentlich alles mit einem Schnauzer-Rüden. Denn genau so einen Hund wollten wir uns im Jahr 1973 zulegen, als der Vermieter unserer kleinen Dachwohnung uns grünes Licht zur Hundehaltung gegeben hatte. Aber – welche Enttäuschung – der von uns besuchte Züchter hatte seine Zucht von Schnauzern auf Spaniels umgestellt! So kauerte ich unschlüssig vor einem Zwinger, in dem sechs vier Wochen alte Cockerwelpen in der Ecke schliefen. Plötzlich stand eines der Hündchen auf, wackelte nach vorne und legte seine kleine Pfote auf meinen durch das Gitter gesteckten Zeigefinger. Das war’s !!! Und so kam es, dass wir vier Wochen später anstatt des Schnauzer Rüden eine schwarz-weiße Cockerhündin mit nach Hause nahmen.

Elly - so hieß die Kleine - legte in mir den Grundstein für eine lebenslangen Liebe zu einer wunderbaren Hunderasse. In den 16 ½ Jahren, die sie uns schenkte, schaffte sie es, meinem Leben eine völlig andere Richtung zu geben.

Elly-und-BonnieSie lernte innerhalb kürzester Zeit einfach alles und sie war spurlaut, obwohl sie aus keiner jagdlichen Zucht stammte. Als neugieriger und ausgesprochen gelehriger Hund apportierte sie mir einfach alles, was ich sie anwies, sie brachte mir beispielsweise auf der Rückfährte mein Portemonnaie, egal wie weit ich sie zurückschickte, und natürlich war es auch sie, die mich schließlich dazu brachte, die Jägerprüfung anzugehen. Denn Elly bestand spielend die Brauch- barkeitsprüfung nach einem Kurs, den wir nur mal so zum Spaß absolvierten, dann kam schon kurz darauf eine Verbandsschweißprüfung, die wir als Suchensieger mit Sw I bei einem altehrwürdigen Prüfungsverein bestanden, für den zu dieser Zeit ein Jagdhund einer Vorstehhunderasse anzugehören hatte, oder wenigsten ein Teckel oder Terrier sein musste. So hatte mein Hund vor mir seine jagdliche Eignung bewiesen, aber glücklicherweise konnte ich bald nachziehen.

Es kam, wie es kommen musste. Solch eine außergewöhnliche Hündin weckte natürlich in mir den Wunsch, mit ihr zu züchten.


Elly und Bonnie

Elly hatte zwei Würfe, aus denen wiederum jagdlich sehr gut veranlagte Hunde hervorkamen. Aus dem zweiten Wurf behielt ich Bonnie, die mir genau wie ihre Mutter jahrelang ausgezeichnete Dienste auf der Jagd leistete und mit der ich schon ganz zu Beginn, als die Drückjagden aufkamen, vielen erstaunten Jägern zeigte, was in so einem Cocker alles an jagdlichem Potential steckt. Auch Bonnie bekam einen Wurf, leider habe ich keinen dieser Welpen behalten.

Bonnie-mit-Welpen

Bonnie mit Welpen
Hetty-mit-Fasan
Hetty

Dann folgte – privat bedingt – eine lange Pause, in der ich nicht züchten konnte, so dass sich meine ursprüngliche Zuchtlinie nur noch in weit zurückliegenden einzelnen Vorfahren meiner jetzigen Hunde finden lässt. Aber gejagt habe ich trotzdem mit meinen Hunden, die sich zeitlebens als zuverlässige Jagdhelfer erwiesen und die gleichermaßen im Umgang mit den Kindern ihre Familientauglichkeit bewiesen.

1996 dann kam mit meiner Tessie – eigentlich hieß sie „Ria von der Ronneburg“ - die Hündin ins Haus, mit der ich den Neubeginn meines Zwingers begründet habe.

                    Tessie-Portrait-+

Tessie

Tessie-+

Tessie stammte aus einem alten bekannten hessischen Zwinger. Die Hessen hatten den Ruf, äußerst passionierte und kompromisslos jagende Cocker zu züchten, und genauso war Tessie auch. Bei ihrer Ausbildung trieb sie mich oftmals an den Rand der Verzweiflung. Es kostete mich sehr viel Mühe, aus diesem Temperamentsbündel, das von einem unglaublichen Finderwillen besessen war, einen auch für die „ganz normale“ Jagdausübung brauchbaren Hund zu machen, ehrlich gesagt, trotz aller Prüfungserfolge – so ganz ist mir das nie gelungen. Und letztlich ist ihr diese unglaubliche Passion dann auch zum Verhängnis geworden.

D-Wurf-auf-der-Anlagenprüfu

 

 

Der gesamte D-Wurf
auf der Anlagenprüfung
in Schweinfurt

Aber Tessie hatte Welpen bekommen, die viele der guten jagdlichen Eigenschaften ihrer Mutter mitbekamen, nur mit einem Schuss weniger überschäumendem Temperament, so dass sich meine Hunde heute im Allgemeinen als wesentlich leichtführiger erweisen.Für mich verkörpern sie das ideale Wesen des Cockers: passioniert, feinnasig und wildscharf, sowie mutig, aber nicht kopflos auf der Jagd. Zuhause aber sind sie anhänglich, verschmust und verträglich mit Kindern und anderen Hunden.